ZIP-Disketten & Iomega Laufwerke entsorgen
Die großen Iomega-Datenträger richtig recyceln – kostenlos, sicher und fachgerecht.
Die Iomega ZIP-Diskette – auch bekannt als Zip Drive Medium, „das dicke blaue Ding" oder einfach Zip-Disk – war in den 90ern der Standard für größere Datenmengen. Mit 100 MB, 250 MB oder 750 MB Kapazität übertrafen Zip-Medien normale 1,44-MB-Disketten um ein Vielfaches. Doch wohin mit alten Iomega-Wechselmedien? Der Hausmüll ist keine Option – das massive Metallgehäuse macht sie zum Sonderproblem.
ZIP-Diskette erkennen: Die Unterschiede zur normalen Floppy
Auf den ersten Blick sehen ZIP-Disketten wie überdimensionierte 3,5-Zoll-Disketten aus – aber technisch sind sie grundverschieden. Diese Unterschiede sind wichtig für die korrekte Entsorgung:
Größe und Gewicht: Eine ZIP-Diskette ist etwa doppelt so dick wie eine normale Diskette und wiegt mit ca. 55 Gramm fast viermal so viel (normale Diskette: ca. 16g). Beim Anfassen merkt man sofort: Hier ist viel mehr Material verbaut.
Das Metallgehäuse innen: Im Inneren der ZIP-Diskette befindet sich ein massives Metallgehäuse, das die Magnetscheibe schützt. Bei normalen Disketten gibt es nur einen dünnen Metallverschluss (Shutter). Dieses Metallgehäuse macht ZIP-Disketten robust – aber auch zum Problem für normale Aktenvernichter.
Das transparente Fenster: An der Rückseite haben ZIP-Disketten ein kleines transparentes Sichtfenster. Dadurch kann man die Magnetscheibe sehen – ein einfaches Erkennungsmerkmal, falls Sie unsicher sind.
Bernoulli-Prinzip statt Floppy: Normale Disketten ("Floppys") haben eine flexible Magnetscheibe, die beim Lesen direkt am Kopf anliegt. ZIP-Disketten nutzen das Bernoulli-Prinzip: Die starre Scheibe schwebt durch Luftstrom über dem Kopf. Technisch sind sie also gar keine "Floppys", auch wenn sie oft so genannt werden.
⚠️ Warnung: Nicht im normalen Schredder!
Das Metallgehäuse im Inneren von ZIP-Disketten kann Aktenvernichter beschädigen. Die Metallfedern und das starre Gehäuse blockieren die Schneidwerke oder verursachen Funkenflug. Manche Schredder gehen dabei kaputt. Wir zerlegen ZIP-Disketten von Hand und trennen Metall, Kunststoff und Magnetmaterial sauber.
ZIP-Laufwerke: Auch mit "Click of Death"
Zusammen mit den Disketten können Sie auch die dazugehörigen Laufwerke einsenden. Wir nehmen alle Varianten an – auch defekte:
Parallel-Port (ZIP 100): Die ersten externen Modelle mit Druckeranschluss – langsam, aber weit verbreitet.
SCSI (ZIP 100/250): Die schnelle Variante für Power-User und Macs.
USB (alle Größen): Die moderneren Modelle mit USB 1.1 oder 2.0.
IDE/ATAPI (intern): Einbaulaufwerke für Desktop-PCs.
Der berüchtigte "Click of Death": Viele ZIP-Laufwerke entwickelten mit der Zeit einen rhythmischen Klick-Laut und konnten keine Disketten mehr lesen. Schlimmer noch: Ein defektes Laufwerk konnte funktionierende Disketten beschädigen und den "Click of Death" quasi übertragen. Diese Laufwerke gehören nicht in den Hausmüll – wir entsorgen sie als Elektroschrott fachgerecht.
Warum ZIP-Disketten nicht in den Müll gehören
Datenschutz: ZIP-Disketten wurden oft für Backups, Projektdaten und Archive genutzt. Mit 100-750 MB Kapazität passten ganze Projektordner drauf. Diese Daten können auch nach 20+ Jahren noch lesbar sein.
Materialwert: Das Metallgehäuse, die Kunststoffhülle und die Magnetscheibe sind wertvolle Rohstoffe. Bei der Müllverbrennung gehen sie verloren – beim Recycling werden sie getrennt und wiederverwertet.
Komplexität: ZIP-Disketten sind keine einfachen Kunststoffteile. Die Kombination aus Metall, verschiedenen Kunststoffen und der Magnetscheibe erfordert fachgerechte Trennung. Im gelben Sack oder der Restmülltonne ist das nicht möglich.
Der Ablauf: So einfach geht's
ZIP-Disketten zählen bei uns wie normale Disketten: Ab 50 Stück erhalten Sie ein kostenloses DHL-Versandlabel. Sie können ZIP- und normale 3,5-Zoll-Disketten auch mischen – alles zusammen in einen Karton.
1. Sammeln: ZIP-Disketten, Jaz-Disketten, normale Disketten – alles darf zusammen eingesendet werden. Laufwerke einfach dazulegen.
2. Verpacken: ZIP-Disketten sind robust, aber ein stabiler Karton schützt vor Transportschäden. Bei Laufwerken etwas Polstermaterial verwenden.
3. Versenden: Mit unserem kostenlosen DHL-Label zur nächsten Filiale oder Packstation.
Auch Jaz, REV und Ditto
Neben ZIP hatte Iomega weitere Produkte, die wir ebenfalls annehmen:
Jaz-Disketten (1 GB / 2 GB): Der große Bruder der ZIP-Diskette – noch seltener und noch mehr Metall im Inneren.
REV-Drives (35 GB / 70 GB): Die letzte Generation von Iomega-Wechselplatten.
Ditto-Bänder: Iomegas Bandlaufwerke für Backups.